Die Kernmerkmale: Ehrlichkeit und Sättigung
Die bürgerliche Küche zeichnet sich durch eine Reihe von charakteristischen Merkmalen aus, die sie von anderen Kochstilen unterscheiden:
Fokus auf hochwertige, lokale Zutaten
Die Küche nutzt, was die Region und die Saison hergeben, kombiniert mit den besten verfügbaren Produkten. Dazu gehören:
- Fleisch: Insbesondere Schweine- und Rindfleisch spielen eine zentrale Rolle, oft in Form von Braten (Sauerbraten), Schnitzeln oder Wurstwaren. Der Sonntagsbraten war und ist ein typisches bürgerliches Gericht.
- Kartoffeln und Mehlprodukte: Als Sättigungsbeilagen sind Kartoffeln (gekocht, gebraten, als Püree oder Kloß) sowie Gerichte aus Mehl (Spätzle, Knödel, Nudeln) unverzichtbar.
- Gemüse: Häufig werden deftige Gemüsesorten wie Kohl, Rüben oder Hülsenfrüchte verwendet, oft eingekocht, geschmort oder als Eintopf zubereitet (z. B. Grünkohl mit Pinkel).
Deftigkeit und Gehalt
Die bürgerliche Küche ist darauf ausgelegt, satt zu machen und zu wärmen. Die Gerichte sind in der Regel gehaltvoll und nutzen oft Butter, Schmalz, Sahne oder kräftige Soßen, um einen intensiven Geschmack zu erzielen. Dies unterscheidet sie von der "leichten" Küche und macht sie besonders beliebt in den kälteren Monaten.
Traditionelle Zubereitung
Die Kochkunst basiert auf langsamen, bewährten Techniken der Hausfrauenküche:
- Schmoren und Kochen: Lange Garzeiten sind typisch, um Fleisch zart zu machen und den Aromen Zeit zu geben, sich zu entfalten (Gulasch, Rouladen).
- Saucen: Kräftige, gebundene Saucen, oft auf Basis von Mehlschwitzen (Roux) oder Reduktionen, dienen als unverzichtbare Begleiter zu Fleisch und Knödeln.