Leichter Rotwein bietet eine erfrischende Alternative zu den tiefgründigen, tanninreichen Klassikern. Er zeichnet sich durch seine helle Farbe, seinen geringen Tanningehalt und eine lebendige Fruchtigkeit aus. Diese Weine sind oft zum Kühlen geeignet und versprechen unkomplizierten, sommerlichen Trinkgenuss.
Was ist ein leichter Rotwein?
Ein leichter Rotwein wird durch mehrere Faktoren definiert, die ihn von vollmundigen, schweren Weinen unterscheiden:
- Tanninarmut: Der Schlüssel ist ein niedriger Tanningehalt. Tannine stammen aus den Traubenschalen und Kernen und sind für das herbe, adstringierende Gefühl im Mund verantwortlich. Weniger Tannin bedeutet einen weicheren, zugänglicheren Wein.
- Alkohol und Körper: Er besitzt in der Regel einen moderaten Alkoholgehalt (oft unter 13,5 Vol.-%) und einen schlanken, filigranen Körper.
- Säure: Leichte Rotweine weisen oft eine höhere, belebende Säure auf, was sie besonders erfrischend macht und oft den Trinkfluss steigert.
- Farbe: Sie sind meist heller in der Farbe, die von hellem Rubinrot bis zu einem fast transparenten Violett reichen kann.
Wie schmeckt leichter Rotwein?
Das Geschmacksprofil leichter Rotweine ist klar auf die Primärfrucht fokussiert und wird selten von Holzaromen dominiert.
- Aromen: Im Vordergrund stehen klare, frische rote Beerenaromen, wie Himbeere, Erdbeere, Kirsche und rote Johannisbeere. Oft kommen leichte florale (Veilchen) oder erdige Noten hinzu.
- Mundgefühl: Der Wein ist saftig und geschmeidig. Er ist nicht durch Adstringenz oder Schwere belastet. Die lebendige Säure verleiht ihm ein leicht pfeffriges oder würziges Finish.
- Trinktemperatur: Viele leichte Rotweine entfalten ihre Frische am besten, wenn sie leicht gekühlt (etwa 14°C bis 16°C) serviert werden.
Wie wird er hergestellt?
Um diesen frischen und fruchtigen Stil zu erreichen, kommen spezielle Techniken zum Einsatz, die den Tanningehalt reduzieren und die Frucht bewahren:
- Kurze Maischestandzeit: Die Traubenschalen bleiben nur für eine sehr kurze Zeit (wenige Tage) mit dem Most in Kontakt. Da die Tannine und der Großteil der Farbe aus den Schalen stammen, wird so ein leichter Wein mit weniger Gerbstoffen erzielt.
- Kohlensäuremaischung (Macération Carbonique): Diese Technik, die typisch für den Beaujolais ist, beinhaltet die Gärung ganzer, unzerdrückter Trauben unter Kohlendioxid. Dadurch entstehen besonders fruchtige Aromen (Banane, Kaugummi) und der Tanningehalt bleibt extrem niedrig.
- Verzicht auf neues Holz: Leichte Rotweine werden fast ausschließlich in Edelstahltanks oder in großen, neutralen Holzfässern ausgebaut. Neuer Holzkontakt würde dem Wein zusätzliche Tannine und schwere Vanille-Aromen verleihen, was den leichten Charakter untergraben würde.
- Frühe Abfüllung: Die Weine werden oft relativ schnell nach der Ernte in Flaschen gefüllt und jung getrunken, um ihre Primärfrucht optimal zu präsentieren.
Was für Sorten und Stile gibt es?
Bestimmte Rebsorten sind von Natur aus prädestiniert für diesen leichten Stil:
- Pinot Noir (Spätburgunder): Die klassische Traube für Eleganz und Leichtigkeit. Weine aus kühleren Regionen (Deutschland, Burgund) zeigen oft helle Kirschfrucht, feine Säure und seidige Textur.
- Gamay: Die Hauptsorte des Beaujolais. Diese Weine sind oft das Paradebeispiel für den leichten, fruchtbetonten Stil, besonders in den Beaujolais-Villages und Cru-Gebieten.
- Zweigelt (Österreich): Liefert in der leichten Ausbauvariante fruchtige, würzige Weine mit guter Säure und angenehmer Kirscharomatik.
- Valpolicella (Italien): Speziell der junge, leichte Valpolicella (aus Corvina und Rondinella) ist ein erfrischender, kirschfruchtiger Rotwein.
- Frühburgunder (Deutschland): Eine Mutation des Spätburgunders, die noch früher reift und oft sehr weiche, fruchtige und leichte Weine liefert.
Zu welchen Anlässen passt leichter Rotwein?
Leichter Rotwein ist ein vielseitiger Speisebegleiter, der perfekt die Brücke zwischen Weißwein und schwerem Rotwein schlägt:
- Der Sommerwein: Er ist ideal für warme Tage und Abende, da er auch gekühlt getrunken werden kann. Perfekt für Picknicks und Grillpartys.
- Speisebegleiter: Seine geringe Tanninstruktur ermöglicht ein Pairing mit Speisen, die für schwere Rotweine tabu wären:
- Helles Fleisch und Geflügel: Wunderbar zu Huhn, Pute oder Kalbfleisch, besonders wenn diese nicht zu stark gewürzt sind.
- Fisch: Er kann auch zu kräftigeren Fischgerichten (z. B. Thunfisch, Lachs) serviert werden.
- Käse und Wurstwaren: Seine Frische harmoniert gut mit einer Käseplatte, insbesondere mit milden oder cremigen Käsesorten.
- Vegetarische Gerichte: Gut geeignet für Pilzgerichte, Risottos oder Nudelgerichte mit leichter Soße.